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Neue Politik aus USA?

Fassade USA: Demokratie
Realität: Plutokratie und Kleptokratie
Zukunft: Ende des Kapitalismus und der Demokratie?

Die Vermischung von Staats- und Geschäftsinteressen ist in den  exzeptionalistischen USA zwar pro forma verboten, findet de facto aber ungestraft seit jeher statt. Die einen stecken das dreckige Geld in familiennahe "Stiftungen", aktuell geht es halt gleich in ein Familien-Imperium. Die Unterschiede sind hier eher vernachlässigbar.
Was aber nun endlich zutage tritt, ist die eigentlich feindselige Haltung dem Rest der Welt gegenüber.
Woher kommt das, seit wann ist das so und warum fällt uns das eigentlich erst jetzt auf?


Der wahre Grund für die teils sehr unterschiedlichen Strategien der USA: Geld, Öl, Macht und Kontrolle, unter anderem natürlich auch über das globale Finanzsystem.
Nach ideologischen oder gar ethisch-moralischen Gründen für die Politik der USA zu suchen, ist also vergebene Mühe. Es geht Washington beim Wechsel zwischen Allianzen und Feindschaften ausschließlich immer um Geld, Öl und Macht. Speziell im Fokus ist dabei das globale Finanzsystem. Wirkliche Freunde kennen die USA als Staat nicht (und wollen das vermutlich auch gar nicht!) - und deswegen ist das Geplapper von unseren Repräsentanten über die Wertegemeinschaft mit den USA bedenkenswert. Die Menschen der USA hingegen für sich betrachtet sind ganz normale Leute – wie überall auf der Welt.
Im Gegensatz zu ihren Repräsentanten, welche seit vielen Jahren nur ein Ziel kennen – immer mehr Macht und immer mehr Einfluss, zu Lasten oftmals der kleinen Leute speziell auch aus den USA.


Eine ganz besondere Rolle fällt hierbei den US-Medien zu, welche die Öffentlichkeit immer auf den jeweiligen (und sich oft selbst widersprechenden) Kurs der jeweiligen US-Regierung einschwören müssen. Das geschieht auf mehrere Arten: Die häufigsten darunter sind die Unterschlagung von Informationen, das Schüren von Hass durch gezielte Übertreibung oder dreiste Fälschung. Und wenn das alles nichts hilft, kommen  militärische Drohungen bzw. gezielte Militärschläge oben drauf. Zur Not kommen Militärschläge auch in Betracht, um von innenpolitischen Problemen abzulenken. Diese Militärschläge können auch mal aus heiterem Himmel auf zumindest den ersten Blick vollkommen unbeteiligte Staaten hereinbrechen.


Beispiel dazu wäre Afghanistan oder Irak. Sie erinnern sich - der Krieg in Afghanistan würde begründet als Gegenschlag nach 9/11.
Die Tatsche, das 15 der 18 Terroristen bei den Anschlägen auf das World Trade Center saudi-arabische Staatsbürger waren und möglicherweise mit Wissen und Unterstützung aus zumindest Teilen Saudi-Arabiens handelten, wurde dabei bis heute großzügig ausgeblendet.
Wo wir auch schon beim weltweit engsten Verbündeten der USA wären: Saudi-Arabien.
Das Herrscherhaus in Saudi-Arabien erfreut sich spätestens seit Anfang bis Mitte der Siebziger Jahre höchster Wertschätzung der Repräsentanten der USA - weil das Regime des Hauses von Saud den US-Dollar seit der Zeit stützt.


Wie kam das und warum macht Saudi-Arabien das?


Nach der Aufhebung der Gold-Dollar-Bindung 1971 und dem Ende der festen Wechselkurse 1973 geriet die Rolle des US-Dollars als Weltwährung Nr. 1 in Gefahr. Zwar hatte er seinen Status als Leitwährung seit der Konferenz von Bretton Woods (1944) bis in die letzten Winkel der Erde durchsetzen können, doch seine Entkoppelung von einem festen Wert - dem Gold - hatte ihn zu einer ungedeckten Währung und damit zu einem schwer kalkulierbaren Risiko für das globale Finanzsystem gemacht.
Um diesen Zustand zu beenden, schlossen die USA Mitte der Siebziger Jahre ein historisches Abkommen mit Saudi-Arabien: Dessen Herrscherhaus wurde von den USA verpflichtet, innerhalb der OPEC (Organisation erdölexportierender Länder) dafür zu sorgen, dass Öl - die weltweit meistgehandelte Ware - nur noch in US-Dollar gehandelt wurde (der sogenannte "Petro"-Dollar). Außerdem sollte es die eigenen Dollar-Überschüsse fortan als Staatsanleihen in den USA investieren. Im Gegenzug garantierten die USA dem Herrscherhaus von Saud Schutz vor seinen Feinden (im Ausland insbesondere vor Israel, Syrien und dem Iran, im Inland vor den eigenen Untertanen) und unbegrenzte Waffenlieferungen.
Für die Finanz-Elite der USA war es in dreifacher Hinsicht ein lukrativer Deal: Erstens sorgte die Bindung des Öls an den US-Dollar dafür, dass ihm neben seiner Rolle als globale Leitwährung auch noch die - viel wichtigere - Rolle der globalen Reservewährung zufiel - sämtliche Länder der Erde sind auf Öl als Energieträger angewiesen sind und müssen daher seitdem fast alle über ausreichende US-Dollar-Reserven verfügen. Zweitens spülten die Käufe von Staatsanleihen durch das Haus von Saud Billionenbeträge in die US-Staatskasse, die zur Führung weiterer Kriege (z.B. in Afghanistan, Pakistan, Somalia, Libyen, Syrien, Jemen) genutzt werden konnten. Und drittens erhielt die US-Rüstungsindustrie durch den Pakt einen ihrer zahlungskräftigsten Dauerkunden.
Für das Herrscherhaus von Saud hat sich der Deal ebenfalls gelohnt: Bis an die Zähne bewaffnet und zusätzlich mit der stärksten Militärmacht der Erde im Rücken konnte es mit der Ausbeutung von neun Millionen unterbezahlten und zum Teil unter katastrophalen Verhältnissen lebenden Fremdarbeitern weiterhin ungestört sagenhafte Reichtümer anhäufen und gleichzeitig jegliches Aufbegehren gegen die eigene mittelalterliche Herrschaft gewaltsam gegen die eigene Bevölkerung bereits im Keim ersticken.


Die Verbindung zwischen den USA und Saudi-Arabien kennt also zwei Gewinner: Die Finanz-Elite der USA und das Herrscherhaus der wohl rückständigsten absoluten Monarchie auf der Erde. Und dass die Finanz-Elite der USA die Politik der USA nach Belieben dominiert, sehen wir mit dem Kabinett des aktuellen Präsidenten-Darstellers wieder bestätigt.


Machen wir aber noch kurz mit Saudi-Arabien weiter: Nach Iraks Angriff auf den Nachbarstaat Kuwait (August 1990) vertrieb eine mit UN-Mandat autorisierte Kriegsallianz unter Führung der USA die irakische Armee aus den besetzten Gebieten (Golfkrieg 1991), beließ Saddam Hussein aber im Amt. Die Mitglieder der neokonservativen Denkfabrik Project for the New American Century (PNAC) hatten seit 1996 den Sturz Saddam Husseins als Schritt zur Neuordnung des Nahen Ostens gefordert und 1998 in einem Brief an US-Präsident Bill Clinton verlangt, diesen Regimewechsel zum Ziel der US-Außenpolitik zu machen.
Das Ziel war sehr einfach: Die einzigen wirkliche Gegenspieler von Saudi-Arabien in dieser Region waren der Irak und der Iran - beide mit hohem Anspruch als Regionalmacht. Der Iran kam aus verschiedenen Gründen (noch) nicht in Frage, also konzentrierte man sich vorerst auf den Irak. Der Irakkrieg war eine völkerrechtswidrige Militärinvasion und somit auch ein illegaler Angriffskrieg unter der Führung der der USA und einer "Koalition der Willigen“. Als Begründung des Irakkriegs 2003 nannte die kriegführende Regierung der Vereinigten Staaten und Großbritanniens seit Oktober 2001 vor allem eine wachsende akute Bedrohung durch Massenvernichtungsmittel des Irak und eine Verbindung mit dem Terrornetzwerk Al-Qaida, das die Terroranschläge am 11. September 2001 ausgeführt hatte. Eine große Bevölkerungsmehrheit in den USA glaubte diesen Angaben vor und auch noch Jahre nach der Invasion in den Irak.
Der Irakkrieg begann also am 20. März 2003 mit der Bombardierung ausgewählter Ziele in Bagdad und führte zur Eroberung der Hauptstadt und zum Sturz des irakischen Staatspräsidenten Saddam Hussein. Am 1. Mai 2003 erklärte US-Präsident George W. Bush den Krieg für siegreich beendet.
Danach begann allerdings das große Leiden - weil im Irak war gar nichts beendet - es ging erst richtig los und ist bis heute nicht abgeschlossen.
Angenehmer Nebeneffekt für Saudi-Arabien: Der Irak verfügt, nach Saudi-Arabien, über die weltweit zweitgrößten Erdölreserven. Nach dem Zusammenbruch fast jeglicher Produktion im Irak und durch entsprechende Sanktionen gegen den Iran konnte seinerzeit die OPEC unter der Führung von Saudi-Arabien den Öl-Preis in schwindelerregende Höhen treiben und damit Geld in noch nie gekannten Ausmaß verdienen.
Aber auch die Absicht Saddam Husseins, künftig nur noch den Euro anstelle des Dollars für Öllieferungen zu akzeptieren, soll maßgeblich die Kriegsentscheidung der USA beeinflusst haben. Wären andere Länder diesem Beispiel gefolgt, so hätte dies fatale Konsequenzen für die USA gehabt. Deutschland und Frankreich hingegen hätten als Euro-Staaten davon profitiert – sie verweigerten auch konsequenterweise die Kriegsteilnahme. Im Mai 2003, nach dem Sieg der USA, verabschiedete die OPEC mit Druck von Saudi-Arabien auch einen förmlichen Beschluss, die Ölrechnungen auch zukünftig ausschließlich in Dollar abzurechnen.
Während die hohen Kosten der Kriege in Afghanistan und im Irak die Wirtschaft der USA insgesamt erheblich schwächten, erzielten einige private Unternehmen durch Aufträge der US-Regierung für Kriegsgebiete aber enorme Gewinne. Die vom US-Kongress eingesetzte parteiübergreifende Commission on Wartime Contracting nannte in ihrem Ergebnisbericht 2011 vor allem zehn Firmen, die Milliarden US-Dollar für ihre Tätigkeit in Afghanistan und im Irak erhalten hatten. Kellogg, Brown and Root, damals ein Subunternehmen der Firma Halliburton, erhielt bereits vor 9/11 vom damaligen US-Verteidigungsminister Richard Cheney einen Auftrag über 48 Milliarden US-Dollar für künftige militärische Hilfsdienste. Die Firmen Blackwater und Triple Canopy erhielten mindestens 3,1 Milliarden US-Dollar.


Das sollte man sich übrigens mal auf der Zunge zergehen lassen - 48 Milliarden US-Dollar wurden also bereits vor dem Anschlag auf das World-Trade-Center für künftige militärische Hilfsdienste von der US-Regierung beauftragt - bei privaten Unternehmen wie Blackwater & Co.!


Eine vom Kongress eingesetzte Inspektion der Mittel der USA für den Wiederaufbau des Irak ergab, dass mindestens acht Milliarden US-Dollar davon durch Korruption verschwendet wurden. Viele Verträge mit im Irak engagierten Privatfirmen kamen ohne Ausschreibungen und konkurrierende Bewerbungen zustande. Viele der großen Vertragsfirmen waren übrigens die größten Spender für Wahlkämpfe von US-Präsident George W. Bush und von Kongressabgeordneten, die den Irakkrieg befürworteten.
2010 wurde vom stellvertretenden US-Verteidigungsminister Paul Wolfowitz in einem Interview ein weiterer Grund der US gegen den Irak genannt. Demnach gab es “bürokratische Gründe“, die Präsenz von US-Truppen im benachbarten Saudi-Arabien überflüssig zu machen. Mit Kuwait, Bahrain und Katar hatten die USA bereits drei Basen am Golf, deren Management einfacher war als jenes in Saudi-Arabien, und die Beseitigung der stationierten Truppen, die eine Belastung für Saudi-Arabien darstellten, würde langfristig zu einer friedlicheren Situation im Nahen Osten führen.
Diese friedlichere Situation im Nahen Osten sehen wir sehr deutlich - Syrien ist vom IS und diversen anderen militärischen Gruppierungen, teilweise finanziert und ausgerüstet von den USA, total destabilisiert. Im Nord-Irak herrscht immer noch der IS. Hundertausende von Menschen, wenn nicht Millionen, haben ihr Leben in der Region verloren, ebenso sind Millionen von Menschen auf der Flucht. Alleine Deutschland hat in den Jahren 2015 und 2016 fast eine Million Menschen aus Syrien eine Zuflucht geboten.
Die Situation in Syrien ist nicht, wie von der Politik behauptet, die Folgeerscheinung eines außer Kontrolle geratenen Bürgerkrieges in Syrien. Er ist vielmehr das Produkt des von den USA geförderten Versuchs eines Regime-Wechsels in Damaskus. Zwar hat der Bürgerkrieg mit inneren Auseinandersetzungen in Syrien begonnen, doch wären diese ohne das Eingreifen der USA und ihrer Verbündeten längst versiegt und versandet. Der Aufstieg des IS, zeitweilig auch als ISIS (Islamischer Staat in Syrien) bekannt geworden, ist eng mit dem Bürgerkrieg in Syrien als auch mit dem Bürgerkrieg im Irak  verbunden und somit ohne die fast direkte Interaktion mit den USA unvorstellbar. Dies bitte einfach mal vor Augen haben, wenn demnächst wieder die Nachrichten voll sind von einem IS-Terroranschlag in Europa!
Das doppelte Spiel, das die USA in Syrien treiben, hat damit einen Hintergrund, der uns wieder zu ihrem wichtigsten Verbündeten, Saudi-Arabien, führt: Der Krieg, den die Sowjetunion 1979 zur Unterstützung eines ihr gewogenen Regimes in Afghanistan begonnen hatte, führte nämlich dazu, dass sich radikal-islamische Kräfte (Mudschaheddin und Islamische Brigaden Afghanistans) gegen die Angreifer formierten. Diesen Widerstand griffen die USA mit Hilfe der CIA auf und unterstützten die Bildung der Al-Qaida, die damals aus genau diesen radikal-islamischen Kräften hervorging. Langjähriger Führer der Al-Qaida und Vertrauensmann der USA war ein Mann namens Osama bin Laden - Sohn eines milliardenschwereren saudi-arabischen Bauunternehmers, dem übrigens enge Beziehungen in die US-Finanzelite ebenso wie zu einflussreichen Politikern in den USA nachgesagt werden.
Bereits 2008 hat Joseph E. Stiglitz, ein US-amerikanischer Wirtschaftswissenschaftler und Professor an der Columbia University, die Kosten des Irak-Krieges auf etwa 3 Billionen Dollar berechnet. Glaubwürdige weitere Berechnungen wurden seitdem zumindest nach meinem Kenntnisstand erfolgreich unterbunden, vermutlich inkl. aller Folgekosten wie Behandlung der traumatisierten Soldaten etc. bewegen sich die USA hier aber im Bereich von aktuell etwa 10 Billionen Dollar. Die Kosten verdeutlichen, welchen Wert das Land Saudi-Arabien für die USA hat.
Nun gut - jetzt sind aber andere Zeiten angebrochen, wir haben im Januar 2017 dem neuen Präsidenten der USA bei seiner Inthronisierung gehuldigt und haben vernommen, das nun das Volk der USA endlich sein Land zurück erhält und nun Schluss sei mit Lügererei etc. - die Botschaft höre ich wohl, nur fehlt mir der rechte Glaube daran.


Mal sehen, was ist seitdem denn alles passiert:

  1. Lt. Donald Trump ist der Klimawandel "von den und für die Chinesen erfunden, um der Wettbewerbsfähigkeit der Industrie in den USA zu schaden". Deswegen wird nun alles daran gesetzt, um wieder zu alten Zuständen zurückzukehren, den “teuren“ grünen Technologien den Rücken zu kehren und gleichzeitig die alten Kohlenkraftwerke wieder anzufeuern - Fossile Energieträger sind damit wieder auf dem Vormarsch. Gleichzeitig (!) beantragt er für seinen Golfplatz in Irland beim Grafschaftsrat von Clare, einen Schutzwall aus 200.000 Tonnen Stein entlang seiner rund drei Kilometer langen Küste zu errichten. Erstaunlicherweise schlägt Trump in dem Antrag einen ganz anderen Ton an: Aufgrund der globalen Erwärmung und deren Folgen sei es nun dringend erforderlich, eine Küstenbefestigung zu bauen. Als Beleg dafür wird die Einschätzung einer irischen Beratungsfirma für Umweltthemen angefügt, die bestätigt, dass der Klimawandel die Erosion der irischen Küste massiv beschleunigt.
  2. Teilweise oder komplette Rücknahme des "Dodd-Frank-Act". Zur Erklärung: Der sogenannte "Dodd-Frank-Act" zur Regulierung der Finanzbranche war von der Obama-Regierung 2010 erlassen worden. Er galt als einer der Meilensteine der Regierungszeit von Präsident Barack Obama. Er stellt auch die Umsetzung von Beschlüssen der G20-Staaten dar, zu denen sich fast alle führenden Wirtschaftsnationen, unter anderem eben auch die USA, verpflichtet hatten, um zukünftige Exzesse und Gefährdungen der Weltwirtschaft wie anlässlich zur weltweiten Finanzkrise 2008, welche ja bekanntlich von den USA ausging,  auszuschließen. Ein kippen dieses Dodd-Frank würde das ganze System dem Risiko aussetzen, dass sich bestenfalls die Finanzkrise von 2008 wieder zu Lasten des kleinen Steuerzahlers wiederholt, schlimmstenfalls wären aber die Volkswirtschaften einfach nicht in der Lage, diese neue Last zu tragen – wir kämpfen in Europa ja immer noch, die Folgen der Finanzkrise von 2008 zu überwinden.
  3. Das Volk der USA wird nun mehr denn je von der Finanz-Elite der USA regiert, mehr Ex-Banker denn je zuvor (hervorgegangen aus den ganz großen Banken-Häusern der Wall-Street) sind nun Minister geworden bzw. dazu nominiert - obwohl der Herr Trump im Wahlkampf doch so gegen die Wall Street gewettert hat als den Vampir am Volk der USA.
  4. Steve Bannon ist Chefstratege und ranghöchsten Berater im Weißen Haus - und Vordenker der rechtsextremen Alt-Right-Bewegung. Diese Bewegung findet ihren medialen Ausdruck im Breitbart News Network, welches Bannon ab 2012 bis 2016 geleitet hat. Zwei Punkte sind hierzu besonders erwähnenswert: Erstens die Eigentümerstruktur von Breitbart News Network: Hauptinvestor bei Breitbart ist der Milliardär und Hedgefonds-Manager Robert Leroy Mercer von „Renaissance Technologies“ (spezialisiert auf den Hochgeschwindigkeitshandel). Also auch hier ist die Finanzelite der USA maßgeblich am Werk. Zweitens wird sie politisch rechtspopulistisch bis rechtsextrem verortet. Mehr oder weniger gehässige Menschen vergleichen die Website auch mit dem Werk von Julius Streicher und seiner Wochenzeitung "Der Stürmer", da auch hier neben Falschmeldungen auch ganz gezielte Fälschungen zur Diskreditierung von Personen, Personengruppen bis hin zu Staaten vorkommen (neben vielen anderen hat Breitbart News falsch berichtet zum  ACORN-Skandal 2009, "Friends of Hamas“-Kampagne 2013, Vorfälle in der Silvesternacht in Dortmund 2016/2017). Darüber hinaus ist nun dieser Hetzer in den Nationalen Sicherheitsrat berufen worden. Zeitgleich wurde die Degradierung des US-Geheimdienstdirektors sowie des Chefs des Vereinten Generalstabs im Nationalen Sicherheitsrat bekannt gegeben. Trump hatte zur Begründung seiner Anordnung erklärt, der Rat solle "weniger bürokratisch" und mehr darauf ausgerichtet sein, dem Präsidenten die Geheimdienstinformationen zukommen zu lassen, die er benötige.
  5. Der sogenannte Muslim-Ban: Das Einreiseverbot zum Schutz gegen Terror-Import gegen sieben Ländern (mehrheitlich muslimische Länder) erwähnt explizit Saudi-Arabien nicht, das überrascht Kenner der Situation nicht wirklich. Trotzdem dass 15 der 18 Terroristen bei den Anschlägen auf das World Trade Center saudi-arabische Staatsbürger waren, ist das Land Saudi-Arabien nach wie vor das einzige Land, welche niemals auch nur irgendwie angegriffen wird - es wird immer nur unterstützt, koste es was es wolle! Ebenso erwähnenswert ist die Tatsache, das auch Länder wie Katar und Ägypten nicht unter das Einreiseverbot fallen, was auf der einen Seite zwar verwunderlich sein mag aufgrund der großen finanziellen Unterstützung, welche speziell der IS aus diesen beiden Ländern geniest, aber gleichzeitig auch plausibel erscheint aufgrund der geschäftlichen Verwicklungen des Familien-Imperiums in diesen beiden Ländern. Es wird vermutet, dass Steve Bannon der Drahtzieher hinter der ganzen Aktion ist und Donald Trump mehr oder weniger die Hand geführt hat.
  6. "Alternative Fakten" - diese wurden von der Beraterin Kellyanne Conway geprägt mit der lächerlichen Aussage zur Anzahl der Besucher anlässlich der Inauguration-Rede des neuen Präsidenten-Darstellers. Und diese Dame ist eine einflussreiche Beraterin von Donald Trump, welche nun kurzerhand ein Massaker namens "Bowling-Green-Massaker" erfunden hat, um den Einreisestopp (Muslim-Ban) zu verteidigen. Nur dass es hier nie ein Massaker gegeben hat. Sie hat wohl am ehesten einen Fall aus 2011 gemeint. Damals wurden zwei Iraker festgenommen, welche in der Stadt Bowling Green lebten. Die zwei Männer hatten versucht, Waffen und Geld in den Irak zu schicken, um damit die Terrororganisation al-Qaida zu unterstützen.
  7. Mike Pence (US-Vizepräsident) hat noch 2015 folgende Meinung geäußert: "Der Ruf danach, Muslime davon abzuhalten, in die USA einzureisen, ist beleidigend und verstößt gegen die Verfassung" - 2017 findet es die volle Unterstützung dieses sauberen Herren. In Deutschland könnte sich der “Herr“ des Titels eines Wendehals oder eines “Fähnchens im Wind“ sicher sein. Im Land der unbegrenzten Möglichkeiten und der kontrollierten Medien wird das noch nicht mal ansatzweise thematisiert…
  8. Auch in den USA kann sich der jeweils aktuelle Präsident nicht über die Verfassung stellen - sollte man meinen. US-Präsident Donald Trump hat trotzdem den richterlichen Stopp seines umstrittenen Einreiseverbots als "empörend", später auch als "lächerlich" bezeichnet. Die Entscheidung dieses "sogenannten Richters" werde bald wieder aufgehoben, zeigte er sich auf Twitter überzeugt. Der "sogenannte Richter" ist übrigens James Robart, ein Richter welcher von Präsident George W. Bush, also von einem Republikaner, ernannt worden war. Er sah es als hinreichend belegt an, dass Einwohnern des Staates Washington irreparabler Schaden entstehen könnte, wenn der Einreisebann bestehen bleibt. Aber welche Geisteshaltung hat denn der Mann, eine Entscheidung eines Richters als "empörend" zu bezeichnen?
  9. Trump-Beraterin Kellyanne Conway forderte die US-Bürger, die notleidende Tochter des US-Präsidenten Ivanka Trump durch Kauf ihrer Modelinie zu unterstützen. Hintergrund ist die Tatsache, dass der Konzern Nordstrom die Linie der Designerin komplett aus dem Sortiment genommen hat – wegen Erfolgslosigkeit. Auch Trump selbst steht hierzu in der Kritik, er hat über seinen eigenen Twitter-Account diese Tatsache als unfaire Behandlung seiner Tochter gebrandmarkt und dies auch noch über seinen offiziellen Präsidenten-Account weiterverbreitet. Dabei handelt sich um einen eindeutigen Verstoß gegen das Verbot, das öffentliche Amt zum privaten Vorteil zu missbrauchen.

Das grundsätzliche Neue ist nun das Disruptive und Radikale an Donald Trump und seiner Politik, er hält sich an keine Regel, die er nicht selbst gemacht hat. Und er scheint auch keine Grenzen seiner Macht zu akzeptieren. Das verkehrt das zumindest vorgegebene demokratische Politikverständnis all seiner Vorgänger (eingeschlossen damit Senat & Repräsentantenhaus) in das Gegenteil und zerstört damit das einseitige Vertrauen, was zumindest Teile der Weltbevölkerung in die vorgegaukelte Fiktion der amerikanischen Werte hatte.
Also, wir wissen nun, was es heute mit den Amerikanern auf sich hat und müssen uns von dem Gedanken an den “früheren“ Amerikaner verabschieden – oder waren die schon immer so?


Eine Spurensuche…


Der Eintritt der Vereinigten Staaten in den Zweiten Weltkrieg erfolgte am 8. Dezember 1941 mit der Kriegserklärung an Japan nach dem Angriff auf Pearl Harbor am Tag zuvor. Wenige Tage später, am 11. Dezember, erfolgte die Kriegserklärung Deutschlands und Italiens an die USA, die am gleichen Tag beantwortet wurde. Mit der Deklaration der Vereinten Nationen vom 1. Januar 1942 traten die Vereinigten Staaten in die Anti-Hitler-Koalition mit Großbritannien und der Sowjetunion als den Hauptalliierten ein. Dem Kriegseintritt war eine längere Phase diplomatischer Spannungen zwischen den USA und den Achsenmächten vorausgegangen, in der die USA die europäischen Westmächte und Nationalchina indirekt unterstützten und eigene Kriegsvorbereitungen vorantrieben. Das amerikanische Volk war zum Zeitpunkt des Kriegsausbruchs in Europa überwiegend isolationistisch eingestellt und lehnte einen Kriegseintritt ab.


Das ist die offizielle Version, welche uns immer wieder rauf und runter vorgebetet wird. Stimmt das nun, nur weil es immer und immer wieder so erzählt wird?


Lassen Sie uns einen Blick hinter die Fassade dieser Aussage werfen, welche zu großen Teilen ja sogar der Wahrheit entspricht. Aber in Wirklichkeit war und ist die “indirekte Unterstützung“ ein Schönreden und Verniedlichen der Tatsachen: Es hat eine wirklich gigantische Unterstützung der USA auf fast allen Ebenen zugunsten von Großbritannien stattgefunden, ohne die das Inselreich schon vor Dezember 1941 den Krieg gegen Nazi-Deutschland längst verloren hätte.


Welche Art der Unterstützung der USA an Großbritannien war das denn nun genau – nun, das waren anfangs in erster Linie sogenannte private Investoren (heute würde man auch Hedge-Fonds dazu sagen), welche dann, als die Erfolge von Großbritannien gegen Nazi-Deutschland trotzdem ausblieben, zum Schutz der bereits getätigten Investitionen den amerikanischen Präsidenten davon überzeugt haben, dem guten privaten Geld noch staatliches Geld hinterherzujagen. Die privaten Investoren standen nämlich kurz vor der Pleite, da Großbritannien kriegsbedingt keine Zahlungen mehr leisten konnte und diese ausstehenden Zahlungen nun mit US-Bürgschaften gedeckt waren. Nahrungsmittel, Waffen, Munition, Fahrzeuge, Baumaterial – alles, was die amerikanische Industrie liefern konnte, wurde dankend von Großbritannien auf Kredit entgegengenommen – die Lieferungen über den Atlantik wurden vom US-Militär immer stärker beschützt, zum Schluss waren es ganze Flotten von Transportschiffen, welche von einer Vielzahl von unterschiedlichen US-Militärschiffen begleitet wurden.


Und für die Amerikaner war es lange Zeit auch “nur“ ein Kredit-Geschäft – erst als die Marine von Nazi-Deutschland ein Schiff der Amerikaner vor der Küste Großbritanniens (möglicherweise von der deutschen Marine sogar versehentlich) versenkte, wurde aus dem Geschäft ein Gefühl. Und nach dem japanischen Angriff auf Pearl Harbor am 7. Dezember 1941 konnte Nazi-Deutschland seinen Bündnis-Pflichten gegenüber Japan nur mit einer Kriegserklärung an die USA Folge leisten. So ganz ungelegen kam das für Deutschland nicht wirklich, endlich konnte man die amerikanischen Begleit-Konvois der Lieferungen an Großbritannien bereits auf dem offenen Atlantik mit den gefürchteten deutschen U-Booten angreifen. Scheinbar konnte sich niemand innerhalb der Nazi-Regierung vorstellen, mit welcher Sehnsucht die amerikanische Industrie nach diesem Krieg gegiert hatte – und nun endlich bekommen hatte.


Der Rest von dem Krieg ist gut dokumentiert, was weniger gut dokumentiert ist, sind die Pläne speziell von Großbritannien unter Führung von Sir Winston Churchill für Deutschland oder vielmehr, was von Deutschland nach dem Krieg noch übrig war. Die Aufteilung von Deutschland war nämlich bereits vorher zumindest in großen Teilen abgesprochen zwischen den beiden großen Haupt-Akteuren, den USA und der Sowjetunion. Dies ist belegt, weil Teile der US-Streitkräfte von den eigenen Generälen bzw. der Regierung der USA gezwungen wurden, sich hinter die vorher festgelegten Linien zurückzuziehen, allerdings erst, nachdem sie mehrere Stollen mit geheimer Militärischer Ausrüstung der Wehrmacht “übernommen“ hatten.
Sir Winston Churchill hatte seinen eigenen Pläne für West-Deutschland, welche die USA anfangs mitgetragen haben – es sollte ein reines Agrarland ohne jegliche höhere Technik werden, deswegen wurde bereits kurz nach Kriegsende auch der Unimog konzipiert, um den Deutschen ein Ackerwerkzeug und Transportwerkzeug an die Hand zu geben. Darüber hinaus waren nur noch langsame Lokomotiven vorgesehen. Städte waren nicht vorgesehen (waren auch eh´ bereits alle zerbombt…) und sollten wieder in Agrarland verwandelt werden.


Mit den neuen globalen Ambitionen der Sowjetunion konfrontiert, änderte sich die Haltung der USA dazu schlagartig, man brauchte nun das Gebiet von West-Deutschland als hochgerüstetes Aufmarsch-Gebiet, um der Sowjetunion etwas entgegen setzen zu können. Freudig hat man in den USA zur Kenntnis genommen, dass West-Deutschland die Pläne der USA fast bedingungslos mitträgt, nur wollte man halt aus deutscher Sicht gerne zumindest sowas ähnliches wie ein eigener Staat wieder sein mit zwar eingeschränkten, aber zumindest eben teilweise eigenen Rechten. Darauf setzte der Marschallplan ein, die Berlinbrücke, der Wiederaufbau, das Wirtschaftswunder und vieles mehr – immer kritisch beäugt von Großbritannien, welches in der Zeit auch durchsetzte, dass Produkte aus Deutschland gebrandmarkt zu sein haben mit dem Stempel “Made in West-Germany“. Für diese unbezahlbare Marketing-Aktion sind wir Sir Winston Churchill auch unendlich dankbar!
Im Gegenzug haben die USA bis heute das uneingeschränkte Recht, die Militärbasen in Deutschland nach eigenem Gutdünken zu nutzen – es gilt hier scheinbar auf deutschem Grund und Boden nicht deutsches Recht. Anders ist beispielsweise nicht zu erklären, warum Ramstein Air Base zentraler Baustein der völkerrechtlich umstrittenen Kampfdrohnen-Einsätze der USA in Afrika und teilweise im nahen Osten sein konnte und weiter sein kann. Und läuft ja jeden Tag so weiter, es finden jeden Tag – von deutschem Boden ausgehend – völkerrechtlich umstrittene, ja sogar höchst illegale Aktionen statt. Und scheinbar haben all die verschiedenen deutschen Regierungen in all der Zeit seit Beendigung des Krieges nach 1945 keine Mittel oder Möglichkeiten, dies zu unterbinden.


Die Ramstein Air Base ist ein Militärflugplatz der United States Air Force und das Hauptquartier der United States Air Forces in Europe, der United States Air Forces Africa sowie das Hauptquartier des Allied Air Command Ramstein, einer NATO-Kommandobehörde zur Führung von Luftstreitkräften. Von dem 603d Air and Space Operations Center auf der Ramstein Air Base werden die Planung und Steuerung der Kampfdrohnen-Einsätze gegen mutmaßliche Terroristen im Irak, Afghanistan, Somalia, Jemen sowie die Drohnenangriffe in Pakistan koordiniert. Die United States Air Force nutzt den Stützpunkt darüber hinaus als europäische Drehscheibe für Fracht- und Truppentransporte sowie als Ziel von Evakuierungsflügen, da sich im nahen Landstuhl das größte US-amerikanische Lazarett außerhalb der Vereinigten Staaten, das Landstuhl Regional Medical Center, befindet.
Aber das war natürlich nicht alles – die USA hatten 1941 sehr gute Gründe an einem Krieg gegen Deutschland und auch gegen Japan. Lassen wir mal alle militärisch-geostrategischen Gedanken-Spiele dazu außen vor (das ist ein Abendfüllendes Thema), konzentrieren wir uns rein auf die Wirtschaft und den damit verbundenen Nutzen für die USA. Ein Scheitern von Großbritannien hätte die USA in eine Finanzkrise ungeahnten Ausmaß gestürzt – die Verbindlichkeiten von Großbritannien müssen unermesslich gewesen sein. Es galt also, den Schuldner zu unterstützen, um zumindest eine Aussicht darauf zu haben, sein Geld wieder zurück zu bekommen. Gleichzeitig ist der Kriegseintritt der USA mit einem Aufrüstprogram der USA verbunden gewesen, was auch noch aus heutiger Sicht einfach nur als sagenhaft zu bezeichnen ist. Die sich gerade selbst entwickelnde Rüstungsindustrie griff hier auf die Techniken der Massenfertigung zurück, die seinerzeit damit verbundenen Firmen stehen seitdem weltweit an der Spitze der jeweiligen Industriezweige. Die darauf setzende Finanz-Elite hat damit auf Kosten der amerikanischen Steuerzahler also gigantische Gewinne eingefahren!
Aber noch viel interessanter war etwas ganz anderes – Erfindungen aus Deutschland, welche die Welt revolutionierten. Nur das diese Erfindungen eben von den Amerikanern nach dem zweiten Weltkrieg in ganz großem Stil aus Deutschland abtransportiert wurden (teilweise hat man die ursprünglichen Erfinder ebenso gleich mitgenommen), um in USA dann unter eigener Flagge, mit US-Patenten versehen und mit US-Industrie das Ganze dann nachzubauen und zu verbessern.
Ein paar schöne Beispiele, welche zwischenzeitlich allgemein bekannt sind:

  1. Raketentechnologie – entwickelt von Wernher von Braun in den Jahren 1933-1945. Damit verbunden sind die Technologien der Boden-Boden-Rakete (V1 sowie V2) als auch bereits die ersten Boden-Luft-Raketen zur Flugabwehr:
    1. Die Henschel Hs 117 Schmetterling, eine funkgelenkte, entweder optisch oder über Radar verfolgte, zweistufige, 420 kg schwere Rakete mit 16 Kilometern Reichweite und einer Gipfelhöhe von 11.000 Metern.
    2. Die Messerschmitt Enzian-Rakete, eine umgebaute Messerschmitt Me 163 Komet mit 1,8 Tonnen Gewicht (davon 300 kg Sprengkopf), etwas größerer Gipfelhöhe und Reichweite sowie dem gleichen Zielsystem wie die Henschel Hs 117.
    3. Die Wasserfall-Rakete, entwickelt von der Deutschen Forschungsanstalt für Segelflug (DFS) und den Elektromechanischen Werken Karlshagen (Triebwerk), eine verkleinerte A4, die mit einer Gipfelhöhe von 20.000 Metern das vom Bediener am Boden gesteuerte Zielsystem völlig überforderte.
    4. Die Feuerlilie, deren Triebwerke von Rheinmetall-Borsig in Berlin-Marienfelde und deren Zellen von den Ardelt-Werken in Eberswalde hergestellt wurden, in folgenden Varianten:
      1. Unterschallversion R25 war 1,80 Meter lang und hatte eine Reichweite von fünf Kilometern. Erste Versuchsstarts erfolgten 1944, Einstellung im gleichen Jahr.
      2. Überschallversion R55 mit Spiritus-Flüssigsauerstoff-Triebwerk. Sie hatte eine Reichweite von 10 Kilometern, erster Versuchsstart Mitte 1944.
      3. Die Rheintochter, entwickelt von Rheinmetall-Borsig ab 1942. Zweistufige Überschallrakete.
  2. Düsentriebwerk oder Strahltriebwerk – Die ersten Strahlflugzeuge wurden ab 1936 nach Ideen von Hans von Ohain für das Militär entwickelt. Sie flogen erstmals in Deutschland (Heinkel He 178 am 27. August 1939 in Rostock-Marienehe). Es handelte sich hierbei ausnahmslos noch um Unterschallflugzeuge. Der erste Düsenjäger der Welt, der militärisch eingesetzt wurde, war die in Deutschland entwickelte Messerschmitt Me 262. Der von Albert Speer mit diesem Flugzeug im Frühjahr 1945 beabsichtigte erste Passagierflug der Welt in einem Strahlflugzeug (von Berlin nach Essen) wurde aufgrund der hohen Gefährdung durch feindliche Flieger nicht durchgeführt.
  3. Stealth-Flugzeug – also auf Deutsch ein Tarnkappenflugzeug gab es bereits fix und fertig Anfang 1945 in Deutschland mit der Horten H IX. In den letzten Monaten des Zweiten Weltkrieges begaben sich alliierte Truppen in ganz Deutschland auf der Suche nach der vermeintlichen "Wunderwaffe". Denn Geheimdiensten zufolge verfügte Hitler-Deutschland über eine Waffe, mit der er hoffte, den Krieg doch noch zu gewinnen. Am 14. April 1945 entdeckte die US-Armee 160 Kilometer nordöstlich von Frankfurt eine streng geheime Lagerstätte. Darin fand sie eine der fortschrittlichsten Waffen des NS-Regimes, die fast ausschließlich aus Holz bestand. Den Soldaten muss es beim Anblick des futuristischen Flugzeugs mit Düsenantrieb die Sprache verschlagen haben, da man so etwas vorher noch nie gesehen hatte. Im Juli 1945 wurde die Horten H IX und andere wichtige Projekte unter strenger Geheimhaltung in die USA verschifft und wieder zusammengebaut. Die Flugfähigkeiten werden dort jedoch nie getestet. 60 Jahre lang wurde die einzig existierende Horten IX vor neugierigen Blicken unter Verschluss gehalten. Die Regierung der USA bewahrte das begehrte Stück neben anderer Kriegsbeute in einem Hangar in der Nähe von Washington D.C. in “Silver Hill” auf, dem Depot des Museums. Für die dortigen Techniker es ist auch heute noch schwer verständlich, wie die Deutschen mit der damals verfügbarer Technik ein derart fortschrittliches Flugzeug bauen konnten, welches im Gegensatz zu den ersten Nachbau-Versuchen der USA sogar exzellent fliegen konnte. Fast 45 Jahre haben also die Techniker der USA gebraucht, um die dahinter liegende Technik komplett zu verstehen und selbst anwenden zu können. Mit einem Nachbau haben diese Techniker übrigens die Stealth-Eigenschaften überprüft und bestätigt – die Horten H IX hatte sogar ganz hervorragende Stealth-Eigenschaften!
  4. Computer - mit seiner Entwicklung des Z3 im Jahre 1941 baute Conrad Zuse den ersten funktionstüchtigen, vollautomatischen, programmgesteuerten und frei programmierbaren, in binärer Gleitkommarechnung arbeitenden Rechner und somit den ersten funktionsfähigen Computer der Welt. Zuse hatte schon vor dem Krieg mehrere Patente angemeldet. Am wichtigsten war jedoch eine Patentanmeldung von 1941, in der er die Z3 beschrieb. Die deutschen Prüfer hatten gegen Zuses Ansprüche keine Einwände, und das Patent wurde 1952 bekanntgemacht. Dagegen erhoben Triumph, später auch IBM Einspruch. Der Prozess zog sich durch sämtliche Instanzen, bis das Bundespatentgericht 1967 zur endgültigen Entscheidung kam, dass dem Erfinder des Computers “mangels Erfindungshöhe“ kein Patent erteilt werden könne. IBM wurde mit seinem Einspruch und der Geltendmachung eigener Patente, welche scheinbar auf die Arbeiten von Zuse aufbauen, der große Beherrscher des Marktes – und nur durch eigene Dämlichkeit ist man heute wieder fast in der Bedeutungslosigkeit angekommen.

Hier sind nun mit wenigen Beispielen die Säulen der amerikanischen Macht zu sehen, militärisch wie wirtschaftlich, welche sogar noch heute weltweit als Ur-amerikanische Ikonen angesehen werden, aber eigentlich alle nur von den USA den rechtmäßigen Eigentümern in Deutschland abgenommen worden sind.
Darüber hinaus wurden Unmengen an weiteren Neuentwicklungen und auch Planungsunterlagen sowohl im zivilen als auch im militärischen Bereich abtransportiert. Die schiere Menge überforderte die US-Industrie lange Jahre, da teilweise das Grundlagenwissen in den USA dazu fehlte und dieses erst mühsam erarbeitet werden musste.
Als ein kleines Beispiel dazu nehmen wir mal die Atom-Energie (ja, die Amerikaner haben die erste Atombombe mit Hilfe emigrierter deutscher Wissenschaftler gebaut, aber entgegen der gängigen Lehr-Meinung war man in Nazi-Deutschland gar nicht an einer Atom-Bombe interessiert, sondern wollte die Atom-Energie ausschließlich zivil ausbeuten). Dazu gab es den  Atom-Forschungsreaktor Haigerloch, was aber eigentlich nur eine kleine Kernreaktor-Versuchsanlage darstellte, welche während der Endphase des Zweiten Weltkriegs Anfang 1945 in einem Felsenkeller im hohenzollerischen Haigerloch erbaut wurde.
In diesem letzten Großversuch des Uranprojekts mit dem Namen B8 wurde eine nukleare Kettenreaktion durch Neutronenbeschuss von Uran in schwerem Wasser herbeigeführt und beobachtet. Die Kritikalität der Kettenreaktion wurde dabei nicht erreicht; die Anlage war auch gar nicht für einen Betrieb im kritischen Zustand ausgelegt und die heute für sie oft verwendete Bezeichnung “Reaktor“ trifft deshalb nur eingeschränkt zu. Spätere Berechnungen ergaben, dass der Reaktor etwa die eineinhalbfache Größe hätte haben müssen, um kritisch zu werden.
Die US-amerikanische Spezialeinheit Alsos fand die Anlage am 23. April 1945 und demontierte sie am darauf folgenden Tag. Die beteiligten Wissenschaftler wurden gefangengenommen und die verwendeten Materialien samt aller verfügbaren Unterlagen in die Vereinigten Staaten ausgeflogen. Trotz des Wissens der USA aus dem Waffen-Programm (Manhattan-Projekt, die Hiroshima-Bombe sollte ja eigentlich die Berlin-Bombe werden)  hatten die US-Forscher wenig Grundlagenwissen zum Betrieb eines Kernreaktors. Daher verwundert es auch nicht, dass der erste kommerzielle Atom-Reaktor erst am 19. Oktober 1957 in Kalifornien in Betrieb ging. Man hatte ja 12 Jahre lang Zeit gehabt, all die Dokumente aus Haigerloch zu studieren, um einen “eigenen“ Reaktor halbwegs sicher zu bauen. Nur mal so am Rande, in der Zwischenzeit werden aus 100 Atom-Reaktoren knapp 20% des Stromes der USA erzeugt.
Was haben wir in all diesen Tatsachen nun erkannt?
Die USA sind nicht unser Freund, waren sie nie und werden es vermutlich auch nicht zukünftig nie sein. Den Antrieb, den die Regierenden der USA haben, ist ganz einfach herunter zu brechen:

  • Geld
  • Macht
  • Kontrolle

Sollte dabei irgendetwas als nett oder freundlich in unsere Richtung dabei aussehen, ist dies nur dann beabsichtigt, um etwas von uns zu bekommen. Ansonsten ist es nur ein Versehen. Und dies gilt mit Ausnahme von Saudi-Arabien und Israel für den Rest dieses Planeten.
Dies zu erkennen und gedanklich auch umzusetzen, ist essentiell wichtig, auch um die sonderbare Taktik des aktuellen Präsidenten-Darsteller der USA im Gegensatz zu den früheren Darstellern zu verstehen und entsprechend darauf zu reagieren.
Sehen wir uns die aktuelle Ausgangslage der USA anhand weniger Fakten mal an:

  • Eine zunehmend verarmende Bevölkerung, welche in großen Teilen mit einem normalen Job sich nicht mehr über Wasser halten kann, da zum einen Löhne und Einkommen der normalen Arbeiter zum Wohle der Finanz-Eliten massiv abgeschmelzt wurden. Andererseits taugt das rückständige Bildungs-System der USA nicht mehr dazu, die Durchlässigkeit für ärmere Gesellschaftsschichten auf legale Weise zu selbst bescheidenem Wohlstand zu nutzen. Wenn also der Traum “Vom Tellerwäscher zum Millionär“ in der Vergangenheit tatsächlich funktioniert haben soll, dann ist dies zumindest aktuell mit den jetzigen Gegebenheiten definitiv nicht mehr möglich.
  • Die Finanz-Eliten haben das Land ausgeblutet, die Verschuldung des Landes ist legendär.
    Beim “Sterben“ einer Industrie ist die Politik nicht involviert, es werden ganze Landstriche inklusive der dortigen Bevölkerung sich selbst überlassen (siehe sogg. Rost-Gürtel). Die Bevölkerung der betroffenen Region hat nur die Möglichkeit, in eine andere Region zu ziehen, um neue Arbeit zu erhalten. Förderung einer Region nach deutschem Vorbild ist als kommunistisch verachtet. Man stelle sich das mal vor, Deutschland hätte das Ruhrgebiet nach US-Vorbild einfach mal so aufgegeben…
  • Sozialhilfe gibt es – in homöopathischer Dosis, ebenso ist die Arbeitslosenhilfe nicht dazu da, um ohne eigene Rücklagen zu überleben.
    Trotzdem haben es die USA geschafft, als einzige Wirtschaftsmacht nach der Finanzkrise 2008, welche von den USA selbst mit ihrer unzureichenden Gesetzgebung fast schon provoziert worden ist, wieder praktisch das Niveau wie vor der Finanzkrise zu erreichen. Kein anderes Land von den G20-Staaten kann das von sich behaupten. Trotz der oftmals prekären Arbeits-Situation für die eigene Bevölkerung stehen die USA praktisch an der Schwelle zur Vollbeschäftigung.
    Und nun kommt ein neuer Präsident und will auf der einen Seite die illegalen Immigranten aus dem Land jagen, welche genau die Jobs aber verrichten, zu denen sich der normale Amerikaner schon lange viel zu fein ist. Es sollen keine Ausländer mehr ins Land, ein Rechtsradikaler wird Chefstratege und noch vieles unsinniges mehr – und es kommt so gut wie jeden Tag eine neue Hiobs-Botschaft in Form von höchstens 140 Zeichen, welche die Welt in Aufruhr versetzt.
    Dem Mann geht es in Wirklichkeit aber nur um – richtig, Geld, Macht und Kontrolle. Die eigene Bevölkerung ist ihm egal, seine Freunde aus der Finanz-Elite und der Wirtschaft aber nicht.

Genau unter dem Gesichtspunkt muss man beispielhaft einfach mal die ganze Aktion zum "Dodd-Frank-Act" sehen. Kein Mensch nimmt das dem Mann ab, dass er wirklich Freunde hat, welche von den Banken keinen Kredit erhalten, der Mann hat bestenfalls Freunde, welche Banken besitzen. Und genau diesen Banken ist es mit dem "Dodd-Frank-Act" aktuell noch untersagt, auf eigene Rechnung zu spekulieren und auf diese Weise die eigene Bevölkerung und idealerweise den Rest der Welt gleich mit um das mühsam erarbeitete Geld zu betrügen. Denn nichts anderes als ein großer Betrug an der eigenen Bevölkerung und dem Rest der Welt war der Auslöser der globalen Finanzkrise 2008.
Und wie man das mal als Immobilien-Hai so gelernt hat, plustert man sich selbst im Vorfeld einer Verhandlung bis in das unerträgliche auf, um den Verhandlungspartner gleich mal von vorneherein in der Defensive zu haben. Aus dieser Position der Stärke heraus (sowohl Eigenwahrnehmung als auch Fremdwahrnehmung) kann dann für den aufgeplusterten Gockel nur ein guter Deal für ihn herauskommen. Sollte allerdings der Verhandlungspartner einfach mal erkennen, dass die angebliche Position der Stärke wirklich nur das Gehabe eines aufgeplusterten Gockels ist und man selbst in einer viel besseren Position ist, dann wird es interessant. Betrachten wir uns mal den realen Hintergrund dieser gefährlichen Spiels bzw. um was es dabei wirklich geht: Je weniger Banken reguliert werden, desto freier sind sie in der Lage, eigene Geldschöpfung selbst dann zu betreiben, wenn die US-Notenbank Fed geldpolitisch restriktiv arbeitet. Die US-Notenbank hat nämlich bereits angekündigt, den Kurs von Donald Trump so nicht mittragen zu wollen – muss also aus Sicht von Donald Trump selbst auf die Gefahr eines weltweiten finanziellen Armageddon zumindest in ihren Handlungsmöglichkeiten bzw. dessen Auswirkungen beschnitten werden. Darüber hinaus sind die deregulierten, ertragreichen und damit extrem mächtigen US-Finanzinstitute damit in der Lage, die angeschlagene europäische Konkurrenz vor sich her zu treiben und Europa und auch dem Rest der Welt damit den finanzwirtschaftlichen Willen der USA aufzudrücken.
Lassen Sie uns das ganze Verhaltensmuster mal anhand von zwei weiteren Beispielen ansehen – die schon ekelhaften Verbal-Angriffe auf den Staat Mexiko und die zwar lächerlichen aber wirkungsvollen Angriffe auf den Staat Deutschland bzw. Staatenbund Europa.
Mexiko sendet ja angeblich nur Verbrecher und Drogen in die USA, deswegen muss ja nun unbedingt eine große Mauer gebaut werden. Durchgängig über 3.400 Kilometer – das US-Heimatschutzministerium hat die Vorstellungen des neuen Präsidenten zu den Kosten bereits pulverisiert – die anvisierten oder besser erhofften Kosten von 5 bis 8 Milliarden US-Dollar werden sich eher bei ca. 40 Milliarden US-Dollar wieder finden. Die Aussage, das ein anderer Staat, also Mexiko, den Mauerbau finanzieren soll, weil das Herr Trump so wünscht, lassen wir einfach mal unkommentiert.
Angeblich ist bei der Kalkulation des US-Heimatschutzministeriums sogar noch ein wenig Luft nach oben möglich. Desweiteren stört sich die aktuelle Administration am Handelsüberschuss von Mexiko gegenüber den USA. Was hat sich denn mit dem in die Kritik geratenen NAFTA-Abkommen zwischen USA und Mexiko geändert?
Massenhaft exportierten nun beispielsweise US-Farmer ihren günstigen Gen-Mais nach Mexiko. Dort hatten zahllose Kleinbauern diesen bis dahin selbst angebaut, konnten dann aber mit den günstigen Preisen der neuen Konkurrenz aus USA nicht mehr mithalten. Schätzungen zufolge wurden bis zum Jahr 2000 eine Million Bauern dadurch in Mexiko arbeitslos. Das hat aber niemanden in den USA gestört, war ja auch ein guter Deal für die USA.
Parallel hat die US-Industrie in großem Stil in Mexiko investiert, um Jobs aus den USA in das Billiglohnland zu verlegen. Immerhin stiegen die US-Investitionen in Mexiko von 1993 bis 2013 um 564 Prozent auf insgesamt 101 Milliarden Dollar. Berechnungen zufolge gingen im ersten Jahrzehnt des Abkommens womöglich zwischen 300.000 und einer Million Arbeitsplätze in den USA verloren. Die meisten davon waren Geringqualifizierte in der Fertigungsindustrie. In den vergangenen zehn bis zwölf Jahren normalisierte sich die Lage dann wieder und die Zahl der Arbeitsplätze erreichte das Niveau von vor dem NAFTA-Start. Das Lohnniveau fiel und stieg in den gleichen Zeiträumen und landete für Geringqualifizierte schließlich wieder auf dem Vor-NAFTA-Niveau.
Gerade die einfachen Arbeiter in den USA haben also eine Achterbahnfahrt hinter sich, an deren Ende sie inflationsbereinigt wieder so dastanden wie am Anfang. Die Begeisterung für Trumps Versprechungen, das alles für die einfachen Arbeiter weiter zu verbessern, überrascht da kaum. Aber war das alles wirklich der NAFTA -Effekt? Das ist schwer zu sagen – denn gleichzeitig wurden Fabriken in den USA modernisiert und effizienter gemacht. Automatisierung spielte dabei eine Rolle, die Arbeitskräfte ohne Fachausbildung sowieso überflüssig gemacht hätte. Dass das Lohnniveau trotz Produktivitätsgewinnen niedrig blieb, könnte aber mit der ständigen Drohung zu tun gehabt haben, die Produktion einfach nach Mexiko zu verlagern. Überhaupt darf man NAFTA nicht als Erklärung für Krisen der US-Wirtschaft überstrapazieren – insgesamt macht der Handel mit Kanada und Mexiko zusammen nur fünf Prozent des Bruttoinlandsprodukts der Vereinigten Staaten aus.
Für die Fertigungsindustrie der USA war der Weg nach Mexiko auch ein warmer Regen – hauptsächlich wurden hier beispielsweise die Kleinwagenproduktion und vergleichbares nach Mexiko verlagert, an denen sich bei heimischer Produktion überhaupt nichts mehr hätte verdienen lassen. Die Produktion in Mexiko sichert wenigstens noch ein wenig Ertrag.
Für den mexikanischen Arbeitsmarkt war NAFTA dagegen eindeutig eher Fluch als Segen - nicht nur wegen der nun arbeitslosen Kleinbauern. Denn viele der neu entstehenden Jobs waren schlecht bezahlt. Ganz besonders gilt dies für die Textilfabriken an der gemeinsamen Grenze. Dort schuften Arbeiter gegen Niedriglohn für den US-Markt. 1998 sei das Lohnniveau in Mexiko um 27 Prozent im Vergleich zur der Zeit vor NAFTA eingebrochen, heißt es in einer Studie. Anders als in den USA erholte sich das Lohnniveau kaum, die Schere zwischen Arm und Reich ging noch stärker auseinander. Der Wissenschaftliche Dienst des Bundestages wertete im vergangenen Jahr Studien über das Abkommen aus. "Der mexikanische Arbeitsmarkt wird in den vorliegenden Studien übereinstimmend als Verlierer des Abkommens angesehen", heißt es dort.
Dennoch fällt auf, dass Mexiko mehr in die USA exportiert als es von dort importiert - die wichtigste Rolle spielt aber dabei der Export von Rohöl in die USA. Zahlen der US International Trade Commission (USITC) zeigen, dass die USA den Überschuss von 2011 bis 2013 auf ihrer Seite gehabt hätten, wenn man das Rohöl außen vor ließe. 2014 wäre die Bilanz ausgeglichen gewesen. Überdies wird das mexikanische Rohöl oftmals in den Raffinerien an der US-Golfküste weiterverarbeitet und dann zum Teil als Benzin wieder an Mexiko zurückverkauft – was manchen Mexikanern ihrerseits das Gefühl gibt, übervorteilt zu werden. Um es in Trumps Sprache zu sagen: Der zollfreie Import von mexikanischem Öl sowie dessen Export von Raffinerie-Produkten wie Benzin nach Mexiko ist ein guter Deal für die Vereinigten Staaten.
Dass Mexiko nun der große Nutznießer von NAFTA ist, stimmt also nicht – zumindest, wenn man das Gros der Bevölkerung heranzieht. Wenn Donald Trump nun tatsächlich das Abkommen neu verhandeln will, sollte Mexiko freudig einschlagen. Und mit Exportsteuern für Rohöl sowie Importzöllen für Mais drohen. Dann hätte Mexiko wohl endlich den besseren Deal für sich.
Was bezweckt also Donald Trump mit der Aktion? Die Medien sind voll mit Nachrichten, keiner kümmert sich um die Aktionen, welche wirklich laufen. Usus ist bislang immer gewesen, das neue Kabinett auch über die Medien zu beleuchten. Fällt unter den aktuellen Vorzeichen fast aus – Mexiko ist wichtiger.
Deutschland hat auch einen Handelsüberschuss gegenüber den USA. Trumps oberster Wirtschaftsberater, Peter Navarro, wirft Deutschland vor, sowohl die USA als auch die  EU "auszubeuten".
Richtig ist: Der deutsche Überschuss im Warenhandel und Kapitalverkehr mit dem Ausland ist nach jüngsten Berechnungen des Ifo-Instituts 2016 auf ein neues Rekordniveau von knapp 300 Milliarden Dollar gestiegen.
Der Überschuss von 8,6 Prozent der Wirtschaftsleistung liegt über der von der EU vorgegebenen Grenze von sechs Prozent.
Richtig ist aber auch: Die USA sind mit einem Minus von 478 Milliarden Dollar im vergangenen Jahr weiter das Land mit dem höchsten Leistungsbilanzdefizit in der Welt. Die Firmen in den USA ebenso wie die Bürger der USA bevorzugen Produkte mit hoher Qualität und günstigem Preis – sollte sich nicht die bevorzugte Qualität aus heimischer Produktion finden, greift man eben zu einem Produkt ausländischer Produktion. Und offensichtlich ist an den Produkten “Made in Germany“ nicht viel zu kritisieren. Wenn Herrn Trump also der Handelsüberschuss Deutschlands gegenüber den USA nicht gefällt, dann sollte er seine heimische Industrie mal anweisen, weniger minderwertige Produkte dafür aber mit marktgerechten Preisen produzieren zu lassen, dann funktioniert das auch wieder mit dem Export von US-Produkten in alle Welt.
Ganz speziell will er offensichtlich eine Marke namens Chevrolet öfter auf Deutschlands Straßen sehen. Mal sehen, die haben ein übersichtliches Angebot in Deutschland:

  • Camaro – Basispreis ab € 39.900,00
  • Corvette Stingray - Basispreis ab € 79.500,00
  • Corvette Grand Sport - Basispreis ab € 94.900,00
  • Corvette Z06 - Basispreis ab € 116.900,00

Preise sind Stand 05.02.2017 von der Website http://www.chevrolet.de


Der Camaro ist bestenfalls ein Zweisitzer mit zusätzlich Notsitz – und wenn ich mir die Preise so allgemein mal ansehe, verstehe ich nun sehr gut, warum auch Trump selbst und auch ebenso seine ganze Familie gleich vielfach der deutschen KFZ-Kultur frönt. Ganz davon abgesehen, will die überwiegende Käuferschicht in Deutschland bzw. Europa ein Fahrzeug, welches wirklich alltagstauglich ist. Genau dieses Modell hat der von Herrn Trump so protegierte Hersteller aber scheinbar nicht in seinem deutschen Programm.
Was steckt also hinter den Attacken von Trump gegen Deutschland? Nun, in vielen Ländern ist die rechtspopulistische und anti-europäische Stimmungsmache (finanziert unter anderem auch aus Russland!) bereits auf fruchtbaren Boden gefallen (Großbritannien, Frankreich, Polen, Holland etc.), nur Deutschland als wichtigste Wirtschaftsmacht Europas ziert sich noch. Dies gilt es zu ändern, um Europa endgültig zu beerdigen.
Fazit: Die Repräsentanten sowie die sogenannte Elite der USA sind dem Rest der Welt nicht wohlgesonnen, speziell dann nicht, wenn es gerade entgegen deren Interessen läuft. Hier sind die Emanzipations-Versuche Europas seit langem fürchterlich unangenehm, noch dazu, da Europa als Ganzes betrachtet sowohl von der Einwohneranzahl als auch der Wirtschaftsleistung weit vor den USA liegt. Lediglich die militärische Leistungskraft der USA ist hier deutlich höher zu bewerten als selbst die zusammengefasste militärische Leistungskraft der europäischen Staaten.
Es wird also weiter spannend bleiben, wie sich die Regierung im Washington weiter verhalten wird, ganz speziell gegenüber dem Iran, welcher für den 21. März 2017 bereits angekündigt hat, ab diesem Datum nicht mehr den US- Dollar als Währung in ihren Finanz- und Währungsberichten zu verwenden. Damit ist ausdrücklich auch der Handel mit Öl gemeint. Zukünftig soll hier der EURO als die bevorzugte Währung zum Einsatz kommen.
In diesem Zusammenhang dürften also alle Aussagen der neuen US-Administration gegen Europa, europäische Staaten bzw. Institutionen und ganz speziell gegen eben den EURO als Währung zu sehen sein, da die finanzielle und wirtschaftliche Vormachtstellung der USA eben unter anderem darauf beruht, alle Länder weltweit zu zwingen, den weltweiten Öl-Handel in der US-Währung abzuwickeln und die Finanzströme damit zu kontrollieren und gezielt zu ihrem eigenen Vorteil zu manipulieren.
Kurzfristig interessant wird nun, welche Art der Kriegsführung die USA nun gegen den Iran auswählen wird – der Rebell, welcher den letzten Angriff gegen den Petro-Dollar führte, war Saddam Hussein. Die Folgen sind bekannt.
Mittelfristig bis langfristig ebenso interessant wird die Arbeit der USA gegen Europa sein und mit welchen Allianzen die USA gegen Europa aufwarten werden.
Es wird uns in Europa also gar nichts anderes übrig bleiben und endlich erwachsen zu werden – damit ist gemeint, unsere europäische Sicherheitspolitik auch wirklich selbst in die eigene Hand zu nehmen und nicht mehr nach Washington auszusourcen. Der Brexit kommt hier zur rechten Zeit, es waren ja die Briten, welche seit über 25 Jahren jeglichen Versuch, eine eigenständige europäische Sicherheitspolitik verhindert haben. Dies könnte sich also trotz aller sich abzeichnenden Verwerfungen als Glücksfall herausstellen. Aber immer nur unter der Vorgabe, dass Europa wirklich weiter Bestand hat und nicht von den Interessen Russlands und der USA zermalmt wird.
So oder so, der uns bekannte Kapitalismus verabschiedet sich scheinbar gerade, jedenfalls der Kapitalismus, der Wohlstand, Wohlfahrt und Zivilisationsentwicklung parallel zugelassen hat. Mit populistisch aufgeblähten und autokratischen agierenden Politiken wie Trump, Putin oder Erdogan werden wir nur Ideologien erhalten, weniger Arbeitsplätze und sinkende Einkommen, verbunden mit protektionistischer Verteuerung.
Noch ist Zeit, dem entgegenzusteuern.

23.02.2017 - UPDATE

Die Journalisten der WashingtonPost haben einen besonderen Service für Sie - alle Aussagen des US-Präsidentendarstellers werden mal auf deren wahrheitsgemäsen Inhalt überprüft - mit erschreckenden Ergebnissen - scheinbar ist die Wahrheit nichts mehr wert und anstelle dessen müssen halt alternative Sachen her.

Selbst Baron Münchhausen und Pinocchio zusammen haben da scheinbar das nachsehen... - aber lesen Sie selbst!

https://www.washingtonpost.com/